Ferghana – Baumwolle – Ploff

Salam,

Ich weiss doch gar nicht, wie ich beginnen soll. Ploff. Es war viel los, die letzten Tage.

Die KOMMUNE hat einen grossen Ausflug ins Ferghana-Tal unternommen.

Farhod, sein Sohn Asamat, Nele, Matthias und ich starteten mit unserem Privat-Piloten. Als sicherheitsbewusster EuropÀer durfte ich vorne Platz nehmen und gar den Sicherheitsgurt benutzen. Fahrt war etwas monoton. Immer wieder: Sicherheitsgurt lösen, nicht lÀcheln, Studentenausweise zeigen und Klappe halten. Die ??gefÀlschten?? Sudiausweise haben uns ohne Probleme durch die sechs Strassensperren gebracht. Eine StrafgebÌhr (!) fÌr die Benutzung meines Sicherheitsgurtes mussten wir der Polizei nicht entrichten. Habe eben gut aufgepasst.

Fahren – fahren ?? schneller – schneller! Bitte konstant mit 140 und auch immer in der Kurve alle Langeweiler Ìberholen. Kein Wunder, dass Asamat zum Schluss den schönen Nexia zerbrochen hat. Der Bub hat einfach mehr Mut als ich.

Im Ferghana Tal lebt der grösste Teil usbekische Bevölkerung. Nicht dass das Ferghana-Tal so gross wÀre. Nein, zwischen Krigistan und Taschikistan eingeklemmt, mÌssen sich die Bewohner den Platz mit den Baumwollfeldern teilen. Mit dem BaumwollpflÌcken kommen sie hier gut voran. Dabei helfen ja auch alle SchÌler, Studenten und Staatsangestellte. Sogar die Belegschaft eines Kinderspitales haben wir auf den Feldern angetroffen. WÀhle du dir gefÀlligst einen anderen Monat aus um krank zu sein!

Im Ferghana-Tal bekamen wir ein urchiges und traditionelles Usbekistan zu Gesicht: Viele alte MÀnner mit den typischen MÌtzen, buntes Marktreiben, Moscheen, Han Schloss und noch etwas mehr Baumwolle. Die Feiern zum Ende des Ramadans waren auch immer wieder ein Grund uns zum Ploffen einzuladen. Da bleibt mir ganz speziell die Ploff-Sause unter den herbstlichen BÀumen gut in Erinnerung. Auch wenn ich in den folgenden Tagen keine Nahrungsaufnahme mehr geniessen konnte, danke.

Der fÌr die RÌckfahrt angeheuerte Fahrer hat gut RÌcksicht auf die transportierten empfindlichen Magen genommen. Sympathischer, sicherer Fahrstil. Es hat auch nicht gestört, dass er die Sicherheitsgurte schon seit langem demontiert hat. So was braucht man bei dem nicht! Der hÀngt am Leben wie du und ich.

ZurÌck in Toshkent haben wir noch die letzten zwei Tage des Hajjet (oder so) genossen. Wurden wieder eingeladen und dann ging alles ganz schnell: Farhod bat uns, am gleichen Abend zur Beschneidung seiner beiden Söhne mit Fotoapparat zu erscheinen. Wir wussten nicht so recht, ob wir uns darÌber freuen sollten. Kann ja die Brille abnehmen, wenn es schlimm wir, dachte ich mir.

Zur Beschneidung wurde ein Arzt aufgeboten. Das ganze passierte auf einer Decke im Schlafzimmer. Ich erspare mir nÀhere Beschreibungen. Ich war froh, als Asamat (fast fÌnf) und der kleine Sador (fast drei) nach dem Eingriff einschliefen. Die haben schon ziemlich geheult.

Inzwischen geht’s den beiden schon wieder besser. Hosen wollen sie noch keine anziehen. Aber sie zanken sich schon wieder.

Das verdiente KOMMUNEmitlgied Matthias ist zurÌck in Bayern. Fabian aus Appenzell-Ausserrhoden fÌllt die Ìbergrosse LÌcke ganz gut.

Es geht an der Uni weiter. Wie gewohnt nicht zu schnell, keine Eile. Daran habe ich mich schon gewöhnt. Vielleicht darum habe ich auch meine RÌckkehr um zwei Wochen hinausgeschoben…. bin am 19. November zurÌck.

TschÌss ?? Bobtee

Maurus

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