Orts(un)kundiger Taxi(bei)fahrer

Meine Taxifahrt gestern Nacht war so amüsant wie beunruhigend. Der Taxifahrer, ein kirgisischer Usbeke, hat mich andauernd nach Weganweisungen gefragt. Schlussendlich hat er zugegeben, dass er keinen blassen Schimmer hat, wo und wie er vom Chinesischen Markt zu meiner Studentenbude finden soll. Er sei ja erst vor einer Woche in Jakutsk angekommen.

Na toll: Zwei völlig ortsunkundige cruisen durch das unbeleuchtete, dunkle Jakutsk.

Er berichtet mir von den Schwierigkeiten der usbekischen Minderheit in Kirgistan. Von kriegerischen Verhältnissen. Und das die Flucht einzig nach Russland oder Kasachstan möglich ist. Unnötig zu erklären, dass die Flüchtlinge aus den südlichen EX-Sovjet-Republiken hier nicht freudig aufgenommen werden.

Schlussendlich haben wir den Weg durch die dunklen Strasse bis zur Kalandraschwili gefunden. Die Begegnung gipfelt, als er von mir mehr Geld haben will, als ausgemacht ;-).

Mehr über den ethnischen „Konflikt“ in Kirgistan in diesem NZZ-Artikel.

Geschrieben in Jakutien,Usbekistan | Kommentare aus